Ticketingsystem für Arena

Für einen Betreiber einer Indoor-Sport-Arena haben wir ein zeitslot-basiertes Ticketing- und Buchungssystem direkt in Shopware 6 aufgebaut. Der besondere Fokus lag auf dem gesamten Buchungsprozess davor: Interessierte wählen zunächst die passende Aktivität, prüfen freie Zeitfenster, konfigurieren ihre Teilnahme und landen erst am Ende im Shopware-Warenkorb. Shopware übernimmt damit nur noch Warenkorb, Checkout und Bezahlung – der eigentliche Ticketing-Prozess ist als eigener, sauber abgegrenzter Ablauf davor geschaltet.

Das Ergebnis ist deutlich mehr als ein klassischer Shop. Die Arena kann Slots, Auslastung und Buchungen zentral steuern, während Gäste online selbst buchen und bezahlen. Gleichzeitig ist die Lösung so aufgebaut, dass sie sich nicht nur für Indoor-Sport eignet, sondern auch auf andere buchungsgetriebene Szenarien übertragen lässt.

Mehrwert

Der größte Mehrwert liegt in der Entlastung des Betreibers. Buchungen laufen online, die Verfügbarkeit wird automatisch geprüft und freie Slots sind direkt buchbar. Öffnungszeiten, Areas, Kapazitäten, Vorlaufzeiten und Sperrzeiten werden dabei berücksichtigt, sodass der Prozess nicht nur bequem, sondern auch betrieblich belastbar ist.

Für die Gäste bedeutet das: weniger Rückfragen, keine Wartezeiten und ein klar geführter Buchungsablauf bis zur Bezahlung. Für das Team im Hintergrund sinkt der manuelle Aufwand erheblich, weil Buchungen nicht mehr per Telefon oder E-Mail nachgehalten werden müssen. Die Nutzung des Systems lässt sich dabei auch unabhängig auswerten, ohne dass der Buchungsprozess selbst unnötig verkompliziert wird.

Herausforderungen

Die größte Herausforderung war die Abgrenzung zwischen Buchung und Kauf. In einem Standardsystem ist der Warenkorb der Startpunkt. Hier musste er jedoch zum Ziel eines vorgelagerten Ticketing-Prozesses werden. Das bedeutet: Erst Verfügbarkeit prüfen, dann konfigurieren, dann reservieren und erst danach zur Bezahlung übergeben.

Dazu kam die fachliche Komplexität der Slot-Logik. Ein freier Termin ist nicht einfach ein freier Termin, sondern hängt von Öffnungszeiten, Ressourcen, Kapazitäten, Sperrungen, Vorlaufzeiten und der Anzahl der Teilnehmenden ab. Diese Regeln mussten so abgebildet werden, dass sie für Betreiber zuverlässig funktionieren und für Gäste trotzdem einfach zu verstehen bleiben.

Hinzu kam die saubere Einbindung in bestehende Shopware-Prozesse. Gutscheine, Rabatte und Checkout-Mechaniken sollten weiterhin korrekt funktionieren, obwohl der Buchungsgegenstand kein klassisches Produkt ist, sondern ein eigener Termin- bzw. Ticketkontext.

Unsere Aufgaben

Wir haben Shopware so erweitert, dass der eigentliche Ticketing-Prozess vorgelagert stattfindet und der Shop erst am Ende als Warenkorb- und Zahlungsstufe übernimmt. Dafür haben wir die Buchungslogik als eigene Domäne umgesetzt, inklusive Verfügbarkeitsprüfung, Slot-Ermittlung, Teilnehmerverwaltung und Reservierung.

Im Frontend entstand ein geführter Buchungsablauf mit modularen Bausteinen für Kalender, Auswahl und Buchungsabschluss. Im Hintergrund haben wir die Preislogik so eingebunden, dass Termine dynamisch berechnet werden können und der Checkout trotzdem sauber bleibt. Gleichzeitig haben wir die Backend-Prozesse ergänzt, damit Termine verwaltet, storniert, bearbeitet und Zeiträume gesperrt werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der technischen Anbindung an den Warenkorb: Der Termin wurde als eigener LineItem-Typ modelliert, sodass Buchungen nicht wie ein gewöhnliches Produkt behandelt werden. Genau dadurch ließ sich der Prozess elegant vom Standardsystem abgrenzen, ohne die Shopware-Stärken an der Stelle zu verlieren, an der sie sinnvoll sind: Warenkorb, Payment und Bestellabschluss.

Der Kunde

Umgesetzt haben wir das Projekt für einen Betreiber einer Indoor-Sport-Arena. Im Mittelpunkt standen buchbare Plätze und Trainingsslots, die online reserviert und bezahlt werden können. Das Umfeld ist damit klar im Freizeit- und Sportsegment verortet, mit dem typischen Anspruch an einfache Bedienung, hohe Verfügbarkeit und saubere Prozesssicherheit.

Die Lösung wurde gemeinsam mit rocket-media umgesetzt. stbt verantwortete dabei die technische Konzeption, die Systemarchitektur und die tragenden Teile des Buchungs- und Checkout-Kerns.

Technik

Technisch basiert die Lösung auf Shopware 6 und Symfony. Die Buchungslogik wurde in einer eigenen, klar abgegrenzten Architektur umgesetzt, damit der Ticketing-Prozess unabhängig vom Shop-Kern funktioniert und sich auf andere Anwendungsfälle übertragen lässt. Der Warenkorb ist dabei bewusst nur der letzte Schritt des Buchungsprozesses: Zuerst werden Verfügbarkeit, Ticketart, Teilnehmer und Rahmenbedingungen im Ticketing sauber erfasst, erst danach folgt die Übergabe in den Checkout und die Bezahlung über Shopware.

Gerade dieser vorgeschaltete Ticketing-Prozess war der zentrale Teil der Umsetzung. Nutzer:innen wählen zunächst das passende Angebot, werden dann durch die Buchung geführt und erhalten je nach Szenario die passenden Termin- oder Teilnehmerdaten. Erst wenn alle fachlichen Angaben vollständig sind, wird die Buchung in den Warenkorb überführt. So bleibt der eigentliche Shop-Prozess schlank, während die komplexe Ticket-Logik in einer separaten, wiederverwendbaren Struktur abgebildet wird.

Für die Fachlogik wurden eigene Datenstrukturen für Termine und Teilnehmer angelegt. Eine Verfügbarkeits-Engine berechnet freie Slots aus Öffnungszeiten, Dauer, Kapazitäten, Sperrzeiten und Vorlaufzeiten. Der Preis wird dynamisch aus Terminparametern und Teilnehmeranzahl gebildet. Reservierte, aber nicht abgeschlossene Buchungen werden nach Ablauf automatisch wieder freigegeben.

Im Frontend kam ein modularer Aufbau zum Einsatz, der die einzelnen Buchungsschritte klar voneinander trennt. Im Betrieb sorgen Testabdeckung, statische Analyse und CI/CD für Stabilität.

Alles hängt zusammen.

Von hier aus weiter: was diese Referenz fundiert, belegt und vertieft.

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